Ich dachte über den Begriff „Heldin“ nach, als ich gebeten wurde, über meine eigene zu schreiben. Was verbirgt sich hinter diesem Wort, dieser Vorstellung? Wer ist meine persönliche Heldin?
Heldinnen der Jugend
Als ich jünger war, waren meine Heldinnen junge Frauen wie Sailor Moon oder Xena, die Kriegerprinzessin. Starke Charaktere, die für ihre Ideale kämpften und deren einzige Schwäche es war, sich zu verlieben. Später erkannte ich, dass eben diese Schwäche eine weitere Stärke ist: die Fähigkeit zu lieben. Eine Frau war nur so stark, wie die Liebe, die sie empfand und verteidigte.
Suche nach dem Ideal
Ich wurde älter, und meine fiktiven Heldinnen aus Büchern und Filmen wuchsen zahlenmäßig an. Sie waren schön und stolz, so wie ich es auch sein wollte. Ich dachte über ihre Eigenschaften nach: unabhängig, intelligent und … fiktiv.
Wo waren die lebendigen Heldinnen, die nicht erfunden schienen?
Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, wie sie sein mussten, aber in meinem Leben dominierten schon immer Männer. Meine Mutter entsprach damals nicht meinen Vorstellungen einer Heldin, denn ihr fehlte das Mysteriöse, Verführerische – sie war einfach nicht so.
Ich suchte weiter in der Musik, Kunst und Politik. Ich erwartete nicht, meine Idealgestalten dort zu finden, doch ich täuschte mich nicht zuletzt, als ich von Frida Kahlo las. Ich hörte Musik von Yoko Ono, Natalia Avelon, Doro Pesch und schließlich las ich von Revolutionärinnen wie Mata Hari.
Die wahre Essenz der Heldin
Nun begann ich zu verstehen, dass meine Heldinnen vor allem Charakterzüge in sich vereinten, die sie von allen anderen abhoben. Sie waren besonders unabhängig, konnten besonders stark lieben und wollten etwas Fundamentales verändern: Gleichberechtigung.
Geschlecht, Glaube und Vorlieben sollten niemanden unterdrücken.
So fand ich meine Heldin schließlich in der Akzeptanz von Vielfältigkeit und in der Liebe zu mir, meinen Freundinnen und Freunden, meiner Familie, die mich so lieben, wie ich bin. Ich sah, dass meine Mutter sehr wohl meine Heldin ist, als ich begann, mich selbst als eine zu sehen.
Die Heldin in mir, die liebt, ihren Idealen folgt und dafür einsteht, dass jedes Wesen frei leben und lieben kann.
Die Welt ist voll von Heldinnen und Helden. Sie träumen von ihren Wünschen und Sehnsüchten, möchten jeden und alles dazu motivieren, nicht weniger zu sehen als das, was wir alle haben: ein Leben voller Chancen und Liebe.

Dank dir, Mama, die du so stark, liebevoll und kunstvoll bist, weiß ich, wie ich diese Heldin verkörpern kann: Du bist die Quelle meiner Liebe und meiner Selbstliebe, und du bestärkst mich jeden Tag darin, mutig meinen eigenen Weg zu gehen.