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Wieviel Zucker darf es sein?
Journal · 4. September 2023

Wieviel Zucker darf es sein?

8 Min. Lesezeit

Zucker – ist er gesund?

Meist feinkörnig und süß, befindet er sich in fast allen Haushalten und ist somit allgegenwärtig. Zucker versüßt uns das Leben, ist zudem in zahlreichen Formen und Konsistenzen verfügbar. Doch wie wirkt er wirklich?

Ich schreibe über Zucker, um zu motivieren sich damit auseinanderzusetzen. Was hinter dem Begriff steht und das zu viel davon gesundheitsschädigend ist, soll ebenso Inhalt sein. Ich möchte dir keine Angst machen, nur zeigen warum viele unserer Wohlstandskrankheiten auf dem Überkonsum des Zuckers gründen.

Der Zucker und ich.

Ich habe mich bewusst vor vielen Jahren für eine zuckerarme Ernährung entschieden. Das heißt eine Ernährung nur mit fruchteigenem Zucker und auch diesen nur in Maßen. Warum ich das getan habe, erzähle ich dir gerne.

Vor über 10 Jahren habe ich Saccharose (industriellen Zucker) aus meiner Ernährung genommen und vermisse ihn nicht.

Zuerst war es ein Versuch, eine Art Fasten von all den Süßigkeiten und Speisen, die ich zu mit nahm. Mir ging es nicht gut und so wurde ich aktiv darin zu schauen, worin die Ursache lag.

Ich laß in einem Blog, dass Saccharose, Gluten und Laktose Auslöser waren für dieselben Symptome, die auch ich bemerkte: ein schwaches Immunsystem, Magen-Darm-Beschwerden, Erschöpfung, PMS, Akne und eine allgemeine Unzufriedenheit mit mir selbst.

Also wagte ich den Test und reduzierte alle drei Auslöser. In diesem Artikel informiere ich darüber, wie die Zuckerreduzierung einen erheblichen Einfluss auf die stetige Verbesserung meines Wohlbefindens beitrug. Auf Basis meiner Erfahrungen und dem Wissen, dass ich daraus zog.

Durch meine Vorliebe zum Kochen und Essen, beschäftigte ich mich schon früh mit einer ganzheitlichen Lebensweise. Seit über 10 Jahren lebe ich nun zuckerarm, was so viel bedeutet wie ohne Saccharose, im gesunden Maße und nur mit fruchteigenem Zucker & reinem Bienenhonig.

Doch möchte ich weder zu einer zuckerfreien Ernährung bekehren, noch diesen Weg als den wahren Weg im Umgang damit beschreiben. Eine Reduzierung von Zucker kann eine ebenso schöne Erfahrung sein, wenn sie aus freien Stücken getroffen wird und muss kein Verzicht darstellen.

Der Zucker im Leben.

„Du bist was du isst.“

50g Zucker ist die empfohlene Tagesdosis der WHO für einen erwachsenen Menschen, Kinder benötigen sogar nur 25g. Doch wieviel ist das und wieviel konsumierst du eigentlich?

Ganz allgemein pflegen wir ihn alle: den Zuckerkonsum. Ich denke es ist wichtig sich mit diesem Thema genauer auseinanderzusetzen — der eigenen Gesundheit zur Liebe. Das Bewusstsein dafür wächst. Produkte werben damit, dass sie zuckerfrei oder zuckerarm sind. Doch führt das auch zu Missverständnissen und Verwirrung.

Weisst du was Zucker ist? Ich denke wer das versteht, kann der Verwirrung ein Ende setzen und sich bewusst auf den “guten Zucker” einlassen. Dann bedeutet es nämlich weniger Verzicht, als Wohlergehen.

Wer darauf achtet worin Zucker alles enthalten ist, stellt schnell fest, dass er fast in allen konventionell-verpackten Lebensmitteln zugesetzt wird. Sich die Zeit zu nehmen und jedes Produkt beim Einkauf auf Zutat und Inhalt zu untersuchen, erweitert die Sensibilität dessen, was wir täglich in unseren Organismus aufnehmen. Der anfängliche Umstand, sich den einzelnen Produkten genauer zu widmen, wird bald das Bewusstsein schärfen, das die wenigsten Produkte wirklich „zuckerfrei“ sind.

Was ist Zucker?

Löffel mit gehäuftem Zucker und Himbeere oben drauf
Die vielen Arten von Zucker.

Um das zu klären, ist es wichtig zu verstehen, was Zucker in unserem Organismus für eine Aufgabe hat und wie er seinen Weg in uns hinein findet. Hinter dem Oberbegriff Zucker verstecken sich etliche Namen, die oft synonym haften Charakter haben. Dabei den Überblick zu behalten ist garnicht so leicht, aber eine Auseinandersetzung damit lohnt sich allemal.

Beim Gang durch den Supermarkt haben wir sicherlich alle schon das eine oder andere Produkt in die Hand genommen und auf die Nährwert-Tabelle geschaut. Diese Pflichtkennzeichnung innerhalb der EU ist einheitlich und enthält Informationen über die Energie, sowie die Menge der Nährstoffe.

Bei der Auflistung von Nährwerten (z.B. Fett, Salz, Eiweiße und Kohlenhydrate, sowie der darin enthaltene Zucker) ist es wichtig zu verstehen, dass der Nährwert eines Lebensmittels nicht gleich einer Zutat ist. Ich erwähne das, da mir aufgefallen ist, das einige Menschen diesen Unterschied nicht kennen. Wer also die Nährwert-Tabelle ließt, wird sicher auch einmal Zucker lesen.

Da ich nicht den Anspruch hege eine wissenschaftliche Abhandlung über Zucker zu verfassen, empfehle ich bei Interesse sich ergänzender Lektüre zu widmen und beschränke mich auf eine eher periphere Betrachtung des Themas.

Welcher Zucker schadet uns?

Zucker steckt nicht nur in Süßspeisen, sondern auch in Früchten und Ballaststoffen und ist somit durchaus essentiell. Das merken wir spätestens, wenn wir müde oder hungrig sind und Energie, in Form von Lebensmitteln, zu uns nehmen. Die Menge und die Art des Zuckers ist dabei ausschlaggebend, wie schnell und langanhaltend diese Energie wirkt. So führt bspw. Saccharose zu einem schnellen, doch kurzzeitigen Energieanstieg.

Da wir von der Qualität unserer Nahrungsmittel abhängig sind, ist es so wichtig was wir zu uns nehmen. Auch die Art des Zuckers ist relevant und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Fruchtzucker mir am besten tut. Konsumiere ich einen anderen Zucker als den Fruchteigenen oder reinen Bienenhonig, reagiert meine Haut mit Hautirritation und Akne — ein schnelles Anzeichen für eine Unverträglichkeit. Deswegen begann ich herauszufinden, was mein Körper mir mitteilen möchte. Erfolgreich! Kein Medikament, keine Salbe, nichts von dem, was mir mehrere Hautärzte empfohlen hatten, half. Jedoch der Satz „Du bist was du isst.“ hat begonnen mein Essverhalten und auch meine Selbstwahrnehmung zu ändern.

„Die Haut ist der Spiegel der Seele.“

Schwarze Frau fasst sich sanft an die nackte Schulter

Noch so ein kluger Satz, den ich wie folgt übersetzen möchte: Die Haut spiegelt oft wieder, was in unseren inneren Organen und unserem Blutkreislauf passiert. So begünstigen die meisten industriell-verarbeiteten Zuckerarten Entzündungen im Körper, führen nicht nur zu Übergewicht, sondern haben auch Auswirkungen auf das Immunsystem und die Psyche.

Es lohnt sich also genauer hinzusehen, ob und welche Art von Zucker wir konsumieren. Sicherlich gibt es gesündere Varianten, als Saccharose, aber auch die Menge spielt eine große Rolle. Es handelt sich um ein Genussmittel und ist heute kaum noch wegzudenken aus dem Speiseplan vieler.

Eine gesunde Lebensweise, d.h. eine ausgewogene und qualitative Ernährung, viel Bewegung und innere Ruhe, ist die beste Medizin. Wir sind zu so viel fähig, wenn wir uns ganzheitlich betrachten und darauf achten, was wir konsumieren.

Verrückt nach Zucker?

Viele Genussmittel führen dazu, dass wir mehr davon wollen, so auch Zucker. Ebenso wie Nikotin, Koffein und sogar Alkohol und Kokain, macht es uns abhängig. In unserer modernen Überflussgesellschaft ist es vor allem ein Mittel zum Zweck, denn beigefügter Zucker macht unsere Lebensmittel nicht nur süßer, sondern fördert unseren Drang nach mehr davon. Wir fühlen uns kurz besser, entspannter und gar glücklicher, aber das hält nur solange an bis wir wieder mehr brauchen. Wer sich der Menge an Zucker bewusst wird, kann diesen Schritt für Schritt reduzieren.

Ich empfehle keinen kalten Entzug, egal welche Suchtmittel betreffend.

Eine Auseinandersetzung mit Zucker betrifft also auch die Menge und Regelmäßigkeit mit der wir ihn konsumieren. Es gibt dabei keine Vorgabe, die ich angeben möchte oder kann, denn jeder Mensch ist anders. Finde also gerne selbst heraus, was dir gut tut. Eine Veränderung der Ernährungsweise wird nicht immer einfach sein, aber ich empfehle es dir. Ob du also bei deinem Zuckerkonsum bleibst oder nicht, bleibt natürlich deine Entscheidung, ich möchte dich nur ermutigen auf dich zu achten.

Meinen Zuckergenuss habe ich reduziert, jedoch nicht von heute auf morgen, sondern eher innerhalb der letzten 10 Jahre. Ich höre hin, was mein Gefühls mir mitteilen will und darauf reagiere ich achtsam.

Wie kannst du anfangen? Wie wäre es zum Beispiel mit der altbewährten Entschlackung, also dem Fasten? Es bewirkt wahre Wunder. Danach ist der Status quo des Wohlbefindens ein ganz anderer und es lässt sich viel eher herausfinden, was wirklich essentiell und gesund für einen selbst ist.

Hör auf dein Gefühl.

Wir – also der Körper der wir sind – wissen genau was wir brauchen. Wir sollten wieder lernen auf uns zu hören und diese Sensibilität zurückgewinnen. Dann braucht es auch keinen übermäßigen Zuckerkonsum mehr, um sich besser zu fühlen. Achte beim nächsten Einkauf also gerne darauf, was wirklich in den Produkten enthalten ist und vielleicht entscheidest du dich auch für die qualitativen, frischen Lebensmitteln. Die sind nämlich von Natur aus süß und gesund. Essen sollte Freude machen und deswegen rate ich dazu selbst zu kochen und sich Zeit dafür zu nehmen — was wir mit Liebe tun, tun wir richtig gut.

 
Kind beißt in Melone
Gesund und glücklich.

In diesem Sinne: guten Appetit und bleiben Sie offen für Veränderungen im Speiseplan, es ist verzaubernd.